Bützower Zeitung am Dienstag, 14. März 2006

Steuergelder in der Warnowregion versackt

Viele Konzepte gefördert / Projekte bündeln

Bützow • Jahrelang wurden für die Warnowregion Konzepte geschrieben, haben Planungsbüros viel Geld verdient. Jetzt sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden. Die Rede ist von etlichen Initiativgruppen, die alle ein Ziel haben, die Region rechts und links des Flusses besser zu vermarkten. Nur arbeiten diese Gruppen bislang kaum zusammen.

"Ich bin allein auf zwölf Institutionen gekommen, die sich irgendwie mit der Warnowregion beschäftigen", sagte Bützows SPD-Stadtvertreter Reinhard Helwes auf der jüngsten Sitzung des Amtsausschusses. Dort wurde über das Projekt "Flusslandschaft Warnow" informiert, an dem sich u.a. die Städte Bützow und Schwaan beteiligen. Die Gemeinden des Amtes Schwaan wiederum sind Mitglied in der Interessengemeinschaft "Warnowregion" (siehe auch Seite 17). Überall wurden mit Fördermitteln Konzepte geschrieben, die, so Jürgenshagens Bürgermeisterin Elfriede Schmidt, auf keinen Lkw mehr passten.

Auch der erst kürzlich gegründete Förderverein Bützower Land verfolge ähnliche Ziele wie schon andere Initiativen. "Wer ordnet das, konkurrieren die Gruppen oder unterstützen sie sich?", fragt Helwes und spricht im nächsten Atemzug von Wildwuchs. Diana Schmidt, neue Leiterin des Bützower Projektbüros "Flusslandschaft Warnow", bestätigt das, spricht von Fischköpfen, die nicht miteinander reden wollten. Sie hoffe, dass über ein neues Fördermittelprogramm die Gruppen zueinander finden.

Inzwischen ist auch das Land aufgewacht. Für diesen Donnerstag haben Umwelt-, Landwirtschafts- und Arbeitsministerium alle Projekt-Träger und Akteure zu einem Gespräch in das Bützower Rathaus eingeladen. "Die Initiativen müssen aufeinander abgestimmt werden, müssen sich ergänzen", sagt Dr. Thorsten Permin aus dem Umweltministerium. "Man hat festgestellt, dass zu viel Geld fürs Konzepte schreiben ausgegeben wurde und nicht für Sachen", sagt Bützows Bürgermeister Lothar Stroppe.

Claudia Röhr